Kirchberg
Stadt Jülich
Kreis Düren
Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege
(in der Pfarrkirche St. Martinus Kirchberg; Martinusweg)

Im Eingangsbereich der Pfarrkirche St. Martinus
befindet sich ein hölzernes Ehrenmal im Barockstiel mit den Namen der
Kriegstoten aus beiden Weltkriegen. Es wurde von Bildhauer Gebr. Esser,
Kirchberg hergestellt und am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 1932 eingeweiht. Der hölzerne
Denkmalsockel ist in Sarkophagform gehalten. In der Mitte ist eine Marmortafel
mit folgender Inschrift angebracht: „Unseren Gefallenen 1914 - 1918 in
Treue u. Dankbarkeit Die Gemeinde Kirchberg. | Errichtet 1932.“. Auf dem
Altar stehen zu beiden Seiten im starkem Eichenholzrahmen, in goldener Schrift
auf rötlichem Marmor, die Namen der 49 Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Über
den Namenstafeln befindet sich jeweils ein großes Eisernes Kreuz, links mit der
Jahreszahl 1914, rechts mit 1918. In der Mitte hängt ein großes neuromanisches
Kreuz mit Korpus im goldenen Strahlenkranz. Dieses ehemalige MissiJuelich%20-%20Kirchberg%20EhrenmKirche%202003_1231%20Bild1.jpgonskreuz stand
ursprünglich vor der Kirche. Unterhalb des Kruzifixes wurden nachträglich zwei hölzerne
Namenstafeln mit dem Eisernen Kreuz von 1939 und den Namen der Gefallenen des
Zweiten Weltkrieges eingearbeitet.
Vor Errichtung des Denkmals 1932 in der Kirche gab
es in Kirchberg eine schlicht gehaltene Holztafel mit den Namen der Gefallenen
und Vermißten des Ersten Weltkrieges.
(Quelle: Rur-Blumen, Heimatbeilage zum Jülicher Kreisblatt Nr.
20 v. 14.05.1932; 70, S.107)
Außerdem ist auf dem Jülicher Kriegerdenkmal ein Kirchberger Gefallener des deutsch-französischen Krieges 1870/71 verzeichnet.
(lt. 1060 Jahre Kirchberg S.44/52 waren es zwei Gefallene von 1870/71- auch
auf dem Aachener Kriegerdenkmal verzeichnet;
2. Weltkrieg: 44 gefallene und 29 vermißte Soldaten, 6 Kriegsopfer in der Heimat durch Fliegerangriffe, 3 Kriegsopfer in der Evakuierung)
| 1914 - 1918 | ||||
| Lenzen | Jos. | 15.09.1914 | ||
| Abels | Jak. | 24.09.1914 | ||
| Römer | Christ. | 24.09.1914 | ||
| Grobusch | Theo. | 25.09.1914 | ||
| Kohsler | Jos. | 15.02.1915 | ||
| Kick | Joh. | 22.03.1915 | ||
| Niehsen | Herm. | 17.04.1915 | ||
| Frauenrath | Pet. | 18.04.1915 | ||
| Riese | Paul | 07.05.1915 | ||
| Mundt | Hub. | 24.05.1915 | ||
| Monz | Jos. | 26.07.1915 | ||
| Klöcker | Herm. | 10.08.1915 | ||
| Meuser | Hub. | 20.08.1915 | ||
| Loevenich | Phil. | 25.09.1915 | ||
| Knörchen | Heinr. | 09.10.1915 | ||
| Kohslar | Fritz | 14.10.1915 | ||
| Korsten | Heinr. | 16.11.1915 | ||
| Kick | Gerh. | 02.04.1916 | ||
| Schönen | Franz | 15.04.1916 | ||
| Heuser | Franz | 16.06.1916 | ||
| Crützen | Joh. | 10.08.1916 | ||
| v. Berg | Casp. | 20.08.1916 | ||
| Schühsler | Wilh. | 29.08.1916 | ||
| Schühsler | Arn. | 25.09.1916 | ||
| Gatzweiler | Wilh. | 17.09.1916 | ||
| Schmitz | Kasp. | 25.09.1916 | ||
| Kelzenberg | Joh. | 01.11.1916 | ||
| Nelles | Heinr. | 14.11.1916 | ||
| Ernst | Joh. | 21.04.1917 | ||
| Vekens | Pet. | 10.05.1917 | ||
| Fischer | Christ. | 22.07.1917 | ||
| Zachel | Jos. | 03.08.1917 | ||
| Minkenberg | Heinr. | 19.08.1917 | ||
| Henkelmann | Christ. | 19.08.1917 | ||
| Wittig | Heinr. | 18.03.1918 | ||
| Schönen | Ant. | 11.04.1918 | ||
| Koch | Joh. | 29.04.1918 | ||
| Frauenrath | Wilh. | 05.05.1918 | ||
| Vekens | Werner | 10.05.1918 | ||
| Schühsler | Hub. | 19.05.1918 | ||
| Heuser | Mich. | 16.06.1918 | ||
| Weidenfeld | Ant. | 28.06.1918 | ||
| Frauenrath | Bernh. | 02.07.1918 | ||
| Heinen | Pet. | 07.07.1918 | ||
| Meller | Adolf | 29.09.1918 | ||
| Frauenrath | Gottfr. | 15.10.1918 | ||
| Lövenich | Pet. | 18.09.1919 | ||
| Helmer | Jos. | 21.06.1925 | ||
| Heuser | Wilhelm | 21.01.1927 | auch auf dem Ehrenmal vor der Kirche verz. |
grün markierte Daten stammen vom Ehrenmal vor der Kirche oder von privaten
Sterbekarten
rot markierte Daten stammen von privaten Grabinschriften
Neues Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege
(vor der Pfarrkirche St. Martinus Kirchberg; Martinusweg)

Vor der St. Martinus Pfarrkirche wurde im Sommer 2004 eine von der
Sakramentsbruderschaft Kirchberg gestiftete Stele errichtet, die die Namen der
Gefallenen beider Weltkriege trägt. Die von Prof. Matthias Schaffrath aus
Würselen geschaffene abgebrochene Stele stellt einen abgestorbenen Baum dar,
der die ganze Zerstörungskraft des Krieges symbolisiert. Die Inschrift lautet: „Den
Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zum Gedächtnis | Den Lebenden als Mahnung
für den Frieden“.
(Quellen: JZ v. 04.06.2004)
Nur unweit entfernt, auf dem Gelände des alten Friedhofes an der Kirche befindet sich ein altes Grabkreuz mit folgender, neu angebrachter Inschrift: „DIE LETZTEN WERDEN | DIE ERSTEN SEIN | 1944 - 1945“.
| 1914 - 1918 und 1939 - 1945 |
||||
| Bärens | Franz | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Bock | Wilhelm | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Dressen | Gottfried | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Fehr | Anton | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Geyer | Wilhelm | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Geyer | Heinrich | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Göbbels | Hubert | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Hartmann | Mathias | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Hoven | Wilhelm | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Kick | Hubert | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Korsten | Friedrich | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Kossler | Franz | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Lambertin | Heinrich | vermißt | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | |
| Landvogt | Hubert | 1926 | 1944 | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. |
| Loevenich | Wilhelm | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Mund | Arnold | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Mürkens | Heinrich | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Nickels | Josef | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Pütz | Anton | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Rodenkirchen | Josef | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Schmitz | Hubert | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Schmitz | Hermann | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Stauch | Wilhelm | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Weidenfeld | Christian | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Worms | Josef | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. | ||
| Worms | Lorenz | nicht auf dem Ehrenmal in der Kirche verz. |
rot markierte Daten stammen von privaten Grabinschriften
Soldatenfriedhof Kirchberg
(Lohbergweg)

361 (heute 374) Kriegsopfer sind auf diesem Soldatenfriedhof Kirchberg zur
letzten Ruhe gebettet, 346 Soldaten des zweiten Weltkrieges, 3 Männer, die bei
den Arbeiten am Westwall den Tod fanden, und 5 Tote der Zivilbevölkerung, die
durch Minen umkamen, unter ihnen 2 Kinder. Auch 7 Soldaten des ersten
Weltkrieges sind hier beigesetzt.
Kirchberg war im Oktober/November 1944 Frontgebiet. Achtmal wechselten die Ufer
der Rur ihren Besitzer. Dennoch war es der hier eingesetzten
Volks-Grenadier-Division Nr. 246 möglich, die Toten sorgfältig zu bergen und
auf einem Acker südwestlich von Kirchberg in Einzelgräbern zu bestatten. Aber
die Gräberlisten gingen während der Kampfhandlungen verloren, so daß viele
Namen der Toten bei Kriegsende zunächst unbekannt waren.
Nach einigen Jahren stellte die Gemeinde Kirchberg ein Gelände „Am
Junggesellenkreuz“ für eine Kriegsgräberanlage zur Verfügung. Neben den
etwa 240 Gefallenen des provisorischen Soldatenfriedhofes wurden auch die
Gefallenen aus den umliegenden Gemeinden Barmen, Boslar, Bourheim, Broich, Floßdorf,
Gevelsdorf, Koslar, Ralshoven und aus einigen Gräbern des Kirchberger
Pfarrfriedhofes hier beigesetzt. Bei diesen Arbeiten war es möglich, die
Identität der meisten Toten festzustellen, und dank der besonderen Bemühungen
der Amtsverwaltung Inden gelang es, die verlorenen Kriegsgräberlisten fast lückenlos
wieder herzustellen.
Die Gefallenen ruhen in Einzelgräbern. Im Mittelfeld haben je vier Gräber ein
gemeinsames Kreuz, das auf beiden Seiten mit jeweils zwei Namen beschriftet ist,
in den Nebenanlagen sind die Kreuze teilweise doppelt, in einigen Fällen auch
einzeln beschriftet.
Die Einheitlichkeit der Grabzeichen und die gleichmäßige gärtnerische
Gestaltung der Gräber sind Ausdruck des gemeinsam erlittenen Schicksals dieser
Toten.
Der Soldatenfriedhof wurde am 29. September 1957 eingeweiht und in die Obhut der
Gemeinde Kirchberg übergeben.
VOLKSBUND DEUTSCHE KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE E.V.
Landesverband Nordrhein-Westfalen
[Text stammt aus dem öffentlichem Gräberverzeichnis auf dem Soldatenfriedhof]
Links vom Eingang des Friedhofes steht ein Gräberverzeichnis und auf rechter Seite ein Gedenkstein mit der Inschrift: „Gedenket unserer Toten im Osten“, den man in dieser Form des öfteren auf Soldatenfriedhöfen sieht. Ein schmaler Pfad führt zu einem großen Steinkreuz; für den Friedhof wurden VDK-Kreuze benutzt; vorne in der ersten Reihe befindet sich zwei größere Gemeinschaftsgräber mit in den Boden eingelassenen Grabplatten.
Belegungsplan Soldatenfriedhof Kirchberg
| UNTER DEN UNBEKANNTEN DIESER EHRENANLAGE RUHEN | ||||
| Kratzel | Alexander | 30.05.1926 | 05.11.1944 | unter den Unbek. |
| Ginter | Peter | 05.11.1910 | 24.02.1945 | unter den Unbek. |
| Gebert | Gotthold | 30.06.1915 | 23.02.1945 | unter den Unbek. |
| Kirchmeyer | Alois | 14.07.1926 (14.07.1927) | 28.11.1944 | unter den Unbek. |
grün markierte Daten stammen aus der Namensliste
oder von privaten
Sterbekarten
Zusätzliche Informationen (blau markiert) stammen aus der Online-Gräbersuche
vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (www.Volksbund.de)